Was ist DLC?

Zwei Straßen führten in einen Wald,
und ich habe jene gewählt, die weniger befahren wurde.
Und das hat den Unterschied gemacht.

Robert Frost, The Road Not Taken (1915)

 

AUSGANGSLAGE

Immer mehr Menschen erleben im Laufe ihres Lebens Brüche in ihren Karrieren. Laut EU-Prognose ist in Zukunft damit zu rechnen, dass Berufstätige im Durchschnitt 3-4 Mal eine Veränderung in ihrer Berufsplanung erleben werden müssen. Diese „Brüche“ werden sehr oft als Bedrohung angesehen. Deshalb ist es wichtig, Menschen ausreichende Kompetenzen zu vermitteln, um mit diesen Lebens- und Berufsveränderungen umgehen zu können. Veränderungen sollen nicht als Bedrohung wahrgenommen werden, sondern als Chance.

Im Rahmen des Projektes sollen neue Wege gefunden werden, um sich den Herausforderungen für die alternde Bevölkerung in der neuen globalisierten Wirtschaft zu stellen (2012 war das EU-Jahr des aktiven Alterns). Dabei konzentriert sich die Arbeit auf die beiden Schwerpunkte: Beschäftigung und Engagement in Ehrenamt und Beruf.

ENTWICKLUNGSBEDINGUNGEN

Lebenslanges Lernen kann und soll ermöglichen:

  • Arbeitsmarktfähigkeit/Vermittelbarkeit
  • Wissenstransfer
  • persönliche Autonomie
  • aktive Bürgerbeteiligung

Das Angebot für Erwachsene sollte so gewählt werden, dass es:

  • für den Zweck geeignet ist
  • attraktiv und zugänglich für erwachsene Lernende ist
  • durch persönliches Interessen, Arbeit oder Vergnügen motiviert und
  • Exploration und Reflexion fördert

Dies bedeutet, durch Stärkung der Unabhängigkeit und des Wohlbefindens können Erwachsenen am besten ihr “soziale Kapital” sowie “Humankapital” einbringen.

ZIELGRUPPE

Frauen und Männer über 40 Jahre, die einen Bruch ihrer Karrieren erfahren haben.

Laut Hochrechnung zählt in den entwickelten Ländern bis zum Jahr 2025 ein Drittel der Bevölkerung zur Altersgruppe der 60+ (OECD, 2010). Diese Gruppe hat das Potenzial, für bis zu drei weitere Jahrzehnte wesentlich zu ihrer jeweiligen Volkswirtschaft beizutragen, nämlich als bedeutende Konsumenten, Dienstleister und potenziellen Akteure des Wandels. In diesem Zusammenhang erlangt das Projekt an zunehmender Bedeutung.

ERWARTETE ERGEBNISSE

Eine Verbesserung der Lebenssituation soll durch die Förderung von Innovation, Phantasie und Kreativität, erreicht werden, in Bezug auf nachhaltiges Wohlbefinden, Gesundheit und Lebensqualität. Aus der Notwendigkeit heraus, diese Herausforderungen zu bewältigen, sollen gemeinsam Produkte für die Erwachsenenbildung entwickelt und verbreitet werden.

Das Hauptprodukt ist die gemeinsame Entwicklung des Handbuches „Pointing in your Direction – Die Richtung zeigen“. Dieses Handbuch soll eine persönliche und berufliche Anleitung für TrainerInnen sein, um mit Betroffenen eigene Initiativen zu finden.

Unsere Bestrebungen sind:

  • Einen Paradigmawechsel herbeizuführen: von einem negativen Blick auf die Zukunft, in Richtung Offenheit durch Reflexion
  • Alternative Lernzugänge für Erwachsene (40+) anzubieten, die von einem Bruch in ihrer Karriere betroffen sind. Durchführung von zwei Lehrgängen für TrainerInnen.
  • Unterstützung von öffentlichen Einrichtungen.
  • Gründung von „Ideen-Teams“ in jedem Partnerland. Internationaler Austausch zwischen den Projektpartnern und anderen Erwachsenenbildungseinrichtungen.
  • Betroffene sollen aktiviert werden, weiterhin „Kontrolle“ über ihr zukünftiges (Berufs-)leben zu behalten. Ihnen soll bewusst gemacht werden, dass sie selbst etwas tun müssen, um ihre Existenz langfristig abzusichern. Die Betonung liegt auf individuelle und personalisierte Lösungen für Betroffene „Ich muss etwas für mich selbst tun.“
  • Betroffenen soll das Konzept der „aktiven Bürgerbeteiligung“ bewusst gemacht werden. „Ich kann etwas zurück geben.“
  • Betroffenen sollen ihre Kompetenzen und persönlichen Fähigkeiten bewusst gemacht werden. Der Schwerpunkt liegt sowohl auf informellem als auch auf formellem Lernen. „Ich habe bis jetzt nicht gewusst, dass ich das kann.“
  • Betroffene ermutigen, eine Wahl zu treffen, anhand ihrer Kompetenzen und Ziele. Sie sollen dazu ermächtigt werden, die Richtung selbst vorzugeben. „Ich weiß jetzt was ich tun möchte.“
  • Gemeinsame Entwicklung des Handbuches „Pointing in your Direction – Die Richtung zeigen“. Dieses Handbuch soll eine persönliche und berufliche Anleitung für TrainerInnen sein, um mit Betroffene eigene Initiativen zu finden. Die Betroffenen sollen lernen, dass eine Veränderung in ihrem Leben, mit einer Reihe von Dingen zusammenhängt und diese müssen miteinbezogen werden. Betroffene sollen lernen, nicht nur Angebote zu nutzen, sondern die Richtung selbst vorzugeben.

Kern des Konzepts ist ein persönliches, individuelles und maßgeschneidertes Fünf-Phasen-Modell „Perspective Transformations-und Critical Reflection“:

Erkenntnis: Betroffene erkennen, dass sie selber aktiv werden müssen, um ihre Situation verändern zu können.

  • Einsatz: Es werden neue Wege und Richtungen in Betracht gezogen.
  • Erkundung: Perspektivenwandel – Erkundung und Herausforderungen annehmen
  • Empowerment: Emanzipatorische Lernen – Betroffene werden aktiv und nehmen die Herausforderung der beruflichen Neuorientierung selbst in die Hand
  • Rückblick: Durch kritische Reflexion sollen neue Werte und künftige Veränderungsprozessse identifiziert werden

Durch das Projekt soll erreicht werden:

  • Betroffene sollen ihre Möglichkeiten kennen lernen
  • TrainerInnen sollen lernen kritisch reflektieren, wie derartige Prozess geleitet werden
  • Andere sollen sind in der Lage sein, diese Methode verwenden

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